Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

Dieses Thema "ᐅ Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm - Betäubungsmittelrecht" im Forum "Betäubungsmittelrecht" wurde erstellt von Miezbert, 23. August 2018.

  1. Miezbert

    Miezbert Neues Mitglied 23.08.2018, 14:44

    Registriert seit:
    23. August 2018
    Beiträge:
    2
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

    Hallo und Guten Tag,

    angenommen es wird dem Angeschuldigten folgendes zur Last gelegt:

    Der Angeschuldigte soll innerhalb eines Monats, in der Regel alle 2 Tage - mindestens jedoch 8 mal - 3-5g Marihuana an zwei anderweitig Verfolgte (Zeugen A und B) verkauft und übergeben haben.

    Aufgrund dieser Anschuldigung wird er daher beschuldigt vorsätzlich unerlaubt Betäubungsmittel veräußert zu haben.

    Die Angaben der Zeugen A und B werden durch eine dritte - auch von den Zeugen A und B belastete - Person bestätigt. Diese dritte Person ist bereits im gegen ihn geführten Verfahren rechtskräftig verurteilt worden.

    Inwiefern wären die Aussagen von den Zeugen A und B vor Gericht glaubhaft wenn man zusätzlich davon ausgeht, dass die beiden Zeugen Geschwister sind? Bzw. würde der Verwandschaftsgrad überhaupt eine Rolle spielen?
    (Absprache der Aussagen/Falschaussage um sich gegenseitig zu schützen?)

    Und mit welchem Strafmaß müsste der Angeschuldigte rechnen, wenn diese Aussagen als glaubhaft eingestuft werden und die Anklage vor einem Jugendrichter stattfinden würde?

    Zusätzlich kann man davon ausgehen, dass bei einer Hausdurchsuchung des Angeschuldigten weder Betäubungsmittel noch Waage oder sonstige Utensilien für den Verkauf gefunden wurden und er auch bisher keinerlei Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht hat.

    Unter Beweismittel würde bspw. als Augenscheinsobjekt nicht näher bezeichneter WhatsApp Chatverkehr aufgeführt sein.

    Und zum Abschluss: Was wäre in diesem Fall der Unterschied zwischen dem klassischen Handeltreiben und der oben genannten vorsätzlichen unerlaubten Veräußerung?


    Im Voraus bereits vielen Dank für alle Antworten und Meinungen zum Thema!
     
    #1
  2. ElJogi

    ElJogi V.I.P. 23.08.2018, 18:40

    Registriert seit:
    27. Oktober 2014
    Beiträge:
    11.692
    Geschlecht:
    männlich
    Renommee:
    1.483
    98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)98% positive Bewertungen (11692 Beiträge, 1527 Bewertungen)
    AW: Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

    Die unerlaubte Veräußerungen ist nichts anderes als das Handeltreiben.

    Die Zeugenaussagen von immerhin drei Zeugen + einschlägigen Chatverlauf dürften für eine Verurteilung wohl ausreichen. Aber genau kann man das nie sagen.

    Noch weniger kann man sagen, was bei einem Urteil nach Jugendstrafrecht rauskommt.
    Das hängt einfach von zu vielen Faktoren ab.
    Und auch davon, ob der Angeklagte geständig ist oder nicht. Was er ja offenbar nicht ist.
     
    #2
  3. JHS

    JHS V.I.P. 24.08.2018, 22:35

    Registriert seit:
    11. Januar 2004
    Beiträge:
    10.970
    Geschlecht:
    männlich
    Renommee:
    2.134
    99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)
    AW: Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

    Das ist nicht richtig. Verkauf ohne Gewinnerzielungsabsicht (bzw. Eigennutz) ist kein Handel, sondern "nur" Veräußerung.

    Inwiefern schützen? Sie belasten sich durch die Aussagen auch selbst ..

    Nur die Anklage zum Jugendrichter sagt nicht aus, dass auch Jugendrecht angewendet werden wird. Heranwachsende, also 18 bis 20 Jahre alte, werden auch zwingend zum Jugendrichter angeklagt. Bei diesem kann der Jugendrichter aber auch Erwachsenenrecht anwenden. Es kommt daher auf das genaue Alter des Angeschuldigten zum Tatzeitpunkt an.

    Ps. Wer ist denn die dritte Person? Der Dealer des Angeschuldigten?
     
    #3
  4. Miezbert

    Miezbert Neues Mitglied 12.10.2018, 12:53

    Registriert seit:
    23. August 2018
    Beiträge:
    2
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, Miezbert hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    AW: Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

    Meine Antwort kommt zwar etwas spät, aber vielleicht hilft es ja doch noch etwas um die Sachlage genauer zu schildern.

    Zuallererst: Scheinbar kann man davon ausgehen, dass die hypothetischen Chatverläufe aus welchen Gründen auch immer im Gerichtsverfahren als Beweismittel nicht zugelassen sind.

    Und zum Thema Aussagen der Zeugen um sich zu schützen:
    Als Angeklagter lässt sich natürlich schwer behaupten, dass die Angaben von A und B stark übertrieben sind und die angegebenen Mengen von 3-5g alle 2 Tage bei weitem nicht der Wahrheit entsprechen, wenn der Angeklagte jegliche Schuld von sich weist bzw. sich nicht äußert.

    Man kann (zumindest ich würde) doch davon ausgehen, dass die Zeugen von der Polizei zu diesen Angaben in Hinblick auf Paragraph 31 BtmG gedrängt wurden und es aufgrund von Naivität nicht besser wussten - denn wer sagt denn schon aus, er würde alle paar Tage mehrere Gramm kaufen wenn ihm scheinbar nur der Besitz einer geringen Menge zur Last gelegt wird? Also warum sich selbst als „Zeugen“ so tief reinreiten, wenn im Normalfall sowieso mit einer Verfahrenseinstellung wegen Geringfügigkeit zu rechnen ist?


    Die dritte Person, die die Aussagen der Zeugen A und B bestätigt, ist ein Bekannter von A und B, der wie oben schon geschrieben selbst von A und B belastet wurde. Diese dritte Person ist vor Gericht allerdings nicht als Zeuge geladen.

    Der heranwachsende Angeklagte wäre zum Tatzeitpunkt 20.

    Zusätzlich würde man zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass der Termin zur Hauptverhandlung bereits stattfand, aber Zeuge A sich im Vorfeld entschuldigte nicht erscheinen zu können und Zeuge B ohne Mitteilung nicht erschien.

    Der geladene Kriminalhauptkommissar, der bei der Hausdurchsuchung anwesend war, erschien aus unbekannten Gründen ebenfalls nicht.

    Das würde also bedeuten, dass die Hauptverhandlung ausgesetzt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde.

    Dazu noch eine weitere Frage:
    Hat das Nicht-Erscheinen irgendeine Bedeutung für die Glaubhaftigkeit der Zeugen?
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2018 um 13:10 Uhr
     
    #4
  5. JHS

    JHS V.I.P. 12.10.2018, 21:05

    Registriert seit:
    11. Januar 2004
    Beiträge:
    10.970
    Geschlecht:
    männlich
    Renommee:
    2.134
    99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)99% positive Bewertungen (10970 Beiträge, 2125 Bewertungen)
    AW: Vorsätzliche unerlaubte Veräußerung von Btm

    Jemand, der davon überzeugt wird, dass es das Beste für ihn sei, "die ganze Wahrheit" zu sagen. Dass das dann oft nicht das Beste ist, ist eine andere Sache. Die Aussagen werden dadurch aber immer glaubhafter, wenn man sich selbst sogar ohne Not stärker belastet als notwendig. Und die Polizei weißt schon darauf hin, dass eine falsche Verdächtigung zum "erschleichen" des § 31a BtmG seit einer Gesetzesänderung in 2009 relativ streng bestraft wird (min. 6 Monate)

    Wie gesagt: Weil man davon überzeugt wurde, dass "tabula rasa" der Weg der Stunde ist.

    Ja, das hatte ich verstanden. Dennoch ist es ja möglich, dass dieser 3. der Dealer des Angeschuldigten ist (der halt auch von A und B belastet wurde)

    Dann ist die Anwendung von Jugendrecht jedenfalls kein "Selbstläufer" mehr. Was sagt denn die JGH zu dem Thema?

    Als solches im Normalfall nicht.
     
    #5
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
vorsätzliche leichte Körperverletzung unter Drogeneinfluss - mögliche Folgen? Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 7. Dezember 2014
Vorsätzliche Körperverletzung Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 27. Februar 2013
Unerlaubte Rechtsberatung in Foren RDG Standesrecht 20. März 2012
Unerlaubte Handlung: Probleme bei der Tenorierung! Zivilprozeß- / Zwangsvollstreckungsrecht 25. Dezember 2011
Unerlaubte Nutzung eines Mobiltelefons Strafrecht / Strafprozeßrecht 9. April 2005

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum