Scheidung und Vaterschaftsanfechtung mit Auslandsbezug

Dieses Thema "ᐅ Scheidung und Vaterschaftsanfechtung mit Auslandsbezug - Recht, Politik und Gesellschaft" im Forum "Recht, Politik und Gesellschaft" wurde erstellt von Dummdidumm, 12. Juni 2018.

  1. Dummdidumm

    Dummdidumm Neues Mitglied 12.06.2018, 22:25

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    Scheidung und Vaterschaftsanfechtung mit Auslandsbezug

    Angenommen, Person A (weiblich) hat in jungen Jahren Person B geheiratet, der im Ausland (Südamerika) lebt und nie nach Deutschland gekommen ist. Die Trennung erfolgte ohne Einreichung einer Scheidung, da Person A gelesen hat, dass gem. BGB nach dreijähriger nachweislicher Trennung eine Ehe als gescheitert betrachtet wird und davon ausging, ein Scheidungsverfahren nach Ablauf dieser drei Jahre würde sich deutlich leichter gestalten.
    Person A wurde nach Ablauf der drei Jahre von Person C schwanger. Scheidung und Vaterschaftsanfechtung wurden zu diesem Zeitpunkt eingereicht. Person C konnte jedoch nicht als Vater eintragen lassen, da Person A noch offiziell mit Person B verheiratet ist.

    Beide Verfahren sind nach anfänglichen Bemühungen seitens Anwalt und Gericht jedoch steckengeblieben, denn Person B ist postalisch unerreichbar und hat sich nur einmal mit einer Email direkt an den Anwalt gewendet.

    Das Kind hat also den falschen rechtlichen Vater und Person C hat keinerlei tatsächliche Rechte bzgl. des gemeinsamen Kindes. Person A hat auch Schwierigkeiten mit Ämtern und Institutionen (Kita, Ärzte), da kein alleiniges Sorgerecht besteht und eigentlich nicht einmal ein Name hätte entschieden werden dürfen, Kinderzuschlag nicht gezahlt werden dürfte etc. etc.

    Über das Gericht wurde ein DNA-Gutachten beauftragt, das Person C zweifelsfrei als Vater des Kindes benennt. Da dieses Gutachten Person B aber nicht zugestellt werden kann oder dies zumindest nicht bescheinigt wird (die Post arbeitet dort etwas anders), führt auch dieses DNA-Gutachten nicht zu einer Entscheidung bzgl. der Vaterschaft.

    Beide Verfahren, Scheidung und Vaterschaftsanfechtung, dauern nun schon vier Jahre an, ohne dass von Anwalt oder Gericht weitere Schritte unternommen worden wären. Alles scheint am "nachweislichen Empfang" der Post durch den rechtlichen Vaters zu hängen.

    Wie kann in einem solchen Fall gehandelt werden? Person A kann sich keinen neuen Anwalt suchen, da Studentin, und die Beratungshilfe in der Sache wurde bereits für den ersten Anwalt bewilligt. Somit besteht keine Möglichkeit, sich anderweitig darüber zu informieren, ob das Verfahren nun wirklich für weitere Jahre in der Sackgasse steckt. Sollte es nicht auch im Interesse des Kindes sein, endlich seinen richtigen Vater als Vater zu haben? Person A hatte bisher Glück, dass die meisten Institutionen ein Auge zugedrückt haben, was die Unterschrift des Vaters anging. Wenn es aber an die Einschulung geht, wird das nicht mehr so einfach sein.

    Ich habe bisher leider keine Gerichtsurteile mit solchen Fällen finden können, obwohl es nicht vollkommen unüblich sein dürfte und hoffe darum auf die Einschätzung anderer zu diesem Thema.

    Ich hoffe, dass es einige Interessierte/Informierte gibt, die sich mit solchen oder ähnlich gelagerten Fällen schon mal beschäftigt haben und die bereit wären, ihr Wissen zu teilen.
    Vielen Dank im Voraus, auch im Namen von A, B, C und Kind!
     
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