Psychologe Schweigepflicht

Dieses Thema "ᐅ Psychologe Schweigepflicht - Arztrecht" im Forum "Arztrecht" wurde erstellt von Roland0056, 8. Februar 2018.

  1. Roland0056

    Roland0056 Neues Mitglied 08.02.2018, 00:57

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    Psychologe Schweigepflicht

    Guten Abend,

    im Internet kann man sich zwar gut über die Schweigepflicht der Psychologen informieren jedoch blieben einige Fragen noch offen.

    Angenommen Patient X möchte im vertrauen mit seinem Psychologen über eine straftat (Mord) reden. Es betrifft den Patienten X nicht persönlich, weiß aber zu hundert Prozent dass es einen Mord gab. Patient X kann nicht zur Polizei gehen, da andere Personen dadurch in Gefahr wären. Dürfte der Psychologe dann seine Schweigepflicht brechen und die Polizei arlamieren? Selbst wenn es mit Patient X nichts Zutun hat ?
     
  2. Gammaflyer

    Gammaflyer V.I.P. 08.02.2018, 06:23

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Ich nehme an, es geht um einen begangenen, nicht um einen geplanten Mord?

    Grundsätzlich darf er die Schweigepflicht nicht brechen. Sie betrifft nicht nur den X als seinen Patienten direkt, sondern erstreckt sich auf alle Geheimnisse, die er im Rahmen seiner Therapeuten-Tätigkeit vom X erfahren hat.

    Ausnahmen wären, wenn eine konkrete weitere Gefahr vom Täter ausginge.
     
  3. Roland0056

    Roland0056 Neues Mitglied 08.02.2018, 10:52

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Vielen Dank für die Antwort!

    Was heißt konkret? Also wenn Patient X seiner Psychologin sagt, dass A,B,C Schlimme Leute sind und dies nicht der erste Mord war. Wäre dies eine konkrete Gefahr ?
     
  4. Gammaflyer

    Gammaflyer V.I.P. 08.02.2018, 10:53

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Wessen Mord?
    Ich dachte, X sei "nicht betroffen", also nicht der Täter?
     
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  5. zeiten

    zeiten V.I.P. 08.02.2018, 11:19

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Eine Psychologin ist trotz der Schweigepflicht bei einem bevorstehenden Mord und besimmten anderen besonders schweren noch bevorstehenden Verbrechen zur Anzeige (oder anderweitigen Verhinderung) entsprechend § 138 StGB verpflichtet.

    Das gilt aber nur für Straftaten, die in der Zukunft liegen. Aber auch nur dann, wenn sie tatsächlich geplant sind. Bei einer vagen Vermutung, da könnte evtl. künftig irgendein Mord passieren, ist die Therapeutin nicht zur Anzeige verpflichtet.

    Dennoch wäre sie nach Abwägung der beiden Rechtsgüter (Schweigepflicht vs. Mordgefahr) und entsprechendem Ergebnis berechtigt in einem solchen Fall die Schweigepflicht zu brechen. Wenn Verbrechen wie Mord im Raum stehen, ist eine Therapeutin ihrem Gewissen verpflichtet. Dann steht die Schweigepflicht möglicherweise für sie nicht mehr an vorderster Stelle.

    Es ist daher sinnvoll die Therapeutin im Einzelfall dazu zu direkt zu befragen, weil das eine Sache ihrer Bewertung ist.
     
  6. Roland0056

    Roland0056 Neues Mitglied 08.02.2018, 11:27

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Vielen Dank für die zahlreichen Informationen.

    Die Mörder A,B,C haben vermutlich nicht nur einmal gemordet. Und Patient X hätte Angst das der Psychologe der Meinung ist, dass zukünftig weitere Morde passieren.

    Oke. Was währe, wenn Patient X genauso wie hier im Chat, die Personen nicht nennt und Sätzen wie "Person A...." benutzt. Dem Patienten X geht es nur darum, mit einem darüber zu reden und daran nicht kaputt zugehen.
     
  7. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 09.02.2018, 13:27

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Nein.
    Das darf er nur, wenn ein höherwertiges Rechtsgut in Gefahr wäre. Das ist es aber nicht, denn der Strafverfolgungsanspruch des Staates ist kein höherwertiges Rechtsgut als die Schweigepflicht nach §203 StGB.

    Davon abgesehen gibt es sowieso keine Verpflichtung, einen Mord anzuzeigen, von dem man erfahren hat. Niemand muss das, es sei denn, er wäre als Polizeibeamter etc. zur Verfolgung von Straftaten verpflichtet.
    Das ist egal. Alles, was der Psychloge von seinem Patienten bei der Ausübung seines Berufes erfährt, unterliegt der Schweigepflicht.

    Würde er glaubwürdig davon erfahren, daß ganz konkret ein Mord geplant ist - dann müsste er die Polizei informieren.
     
  8. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 09.02.2018, 13:39

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    AW: Psychologe Schweigepflicht

    Wäre das so, wäre ein Bruch der Schweigepflicht unter Umständen gerechtfertigt. Die Anforderungen dafür sind geringer als die des §138 StGB. Der §138 StGB verlangt vom Bürger eine Anzeige, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Anderenfalls macht sich der Nicht-Anzeigende selbst strafbar.

    Der durch §203 StGB zur Verschwiegenheit Verpflichtete "Berufsgeheimsnisträger" muss eine Güterabwägung vornehmen zwischen den betroffenen Rechtsgütern.

    Ein Beispiel aus der Praxis.
    In einem deutschen Bundeland wurde vor ein paar Jahren ein ausgesetzter neugeborener Säugling tot auf einem Rastplatz gefunden.
    Die Polizei ermittelte, unter anderem mit einer Rundfrage bei Ärzten hinsichtlich Schwangeren, was umgehend von der Staatsanwaltschaft gestoppt wurde, weil die Ärzte sich strafbar gemacht hätten, hätten sie auf die Fragen der Polizei geantwortet.
    Die Sache kam ins Rollen, weil ein Arzt sich rechtlichen Rat suchte, da er vermutete, er könne eventuell wissen, wer die Mutter sei. Die Stelle, bei der er sich rechtlichen Rat suchte, ob er das der Polizei sagen dürfe oder gar müsse, kontaktierte sofort die Staatsanwaltschaft, weil sie der Auffassung war, die polizeilichen Ermittlungen kollidierten mit der Schweigepflicht des Arztes nach §203 StGB und dem Zeugnisverweigerungsrecht des Arztes gem. StPO. Die Staatsanwaltschaft sah das genauso und stoppte den übereifrigen Polizeibeamten.

    Angenommen nun, der Arzt würde zwei Jahre später davon erfahren, daß erneut ein frischgeborener Säugling ausgesetzt wurde, und er würde wiederum den Verdacht haben, die Mutter könne besagte Patientin sein - dann dürfte der Arzt seine Schweigepflicht brechen, denn dann muss davon ausgegangen werden, daß eine tatsächliche Gefahr bestehen kann, daß das auch noch ein drittes Mal passiert...

    Abwägung zwischen den betroffenen Rechtsgütern, unter Berücksichtigung von Risiken und Wahrscheinlichkeiten.
    Ändert nichts. Der Psychologe muss abwägen, für wie real er die Gefahr hält, das weitere Morde geschehen, und wie konkret die Gefahr ist.

    Wenn der Patient an dem Wissen "kaputtzugehen" droht, wäre es übrigens sinnvoll, daß der Psychologe dem Patienten vermittelt, daß er sein Gewissen damit beruhigen könnte, selber zur Polizei zu gehen.
    Er könnte dem Patienten alternativ auch vorschlagen: "Ich könnte an Ihrer Stelle zur Polizei gehen, und dort unter Wahrung der Anonymität des Patienten bestimmte Informationen weitergeben, die zur Verhinderung weiterer Morde führen."

    Da gibt es viele Möglichkeiten.
     
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