Anfahrtspauschale bei Irreführung des Gesamtpreises eines Werkvertrages?

Dieses Thema "ᐅ Anfahrtspauschale bei Irreführung des Gesamtpreises eines Werkvertrages? - Gewerberecht" im Forum "Gewerberecht" wurde erstellt von hansaaa, 29. Juni 2018.

  1. hansaaa

    hansaaa Boardneuling 29.06.2018, 19:11

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    Anfahrtspauschale bei Irreführung des Gesamtpreises eines Werkvertrages?

    Hallo erst eine Kurzversion dieses fiktiven Falles, und weiter unten eine ausführliche Schilderung eben jenes fiktiven Falles.



    Kurzversion des fiktiven Falls: Kunde verweigert Anfahrtspauschale, da Gesamtpreis für eine Dienstleistung (Werkvertrag) im Vorhinein als viel zu niedrig angepriesen wurde. Hat Kunde das Recht die Anfahrtspauschale in dem Fall (er hat die Dienstleistung ansich schlussendlich auch nicht in Anspruch genommen) zu verweigern?



    Ausführliche Schilderung des fiktiven Falles:

    Person A verlässt seine Wohnung, und zieht die Tür zu, ohne den Wohnungsschlüssel von der Kommode genommen zu haben. Person A hat sich also versehentlich ausgesperrt.

    Person A nutzt sein Smartphone, und landet auf einer webseite, deren Namen sich klar und eindeutig auf's Schlösser ÖFFNEN bezieht (fiktiver, aber sinngemäßer Name: wirmachendeinschlossauf . de). Auf der Webseite steht unter anderem "Schlüsseldienst [Stdt xyz] 5€." Weiter unten steht noch eine Anfahrtspauschale von 20€ inklusive Mehrwertsteuer. Person A, kein Experte was Schlosserei angeht, wählt die auf der Website hinterlegte Nummer, worauf Sie eine voraufgenommene Nachricht angespielt bekommt, dass sie gleich zurückgerufen wird. Genau so geschieht es, es kommt ein Rückruf. Davon ausgehend dass der auf der Webseite ausgewiesene Preis (5€ Schlüsseldienst + 20€ Anfahrtspauschale) so stimmt, fragt Person A nicht weiter nach dem Preis, und verabredet dass ein Handwerker/Schlosser vorbeikommt um ihm die Tür zu öffnen. Ca. 40 Minuten später ist der Handwerker vor Ort, und Person A erkundigt sich nochmal nach dem Preis (den er, wie laut Webseite beworben, für überraschend günstige 5€ + Anfahrtspauschale gehalten hatte). Der Handwerker nennt ihm einen Preis von 169 Euro. Der Kunde ist natürlich etwas überrascht und sagt dass werde er nicht zahlen, das ist ihm viel zu teuer. Er sei von der Webseite (welche sich als Callcenter herausstellte) zu dem Glauben geführt worden, dass er insgesamt die oben erwähnten 25€ zahlen müsse, und nicht mehr. Der Kunde zeigt dem Handwerker die Webseite (fiktiver aber sinngemäßer Name: "www.wirmachendeinschlossauf . de"). Wie gesagt, der Titel der Webseite war "Schlüsseldienst [Stadt xyz] ab 5€".

    Der Handwerker sagt dass sich dieser Preis auf den Kauf eines Schlosses beziehe, und nicht auf das Öffnen eines Türschlosses. Kunde A teilt dem Handwerker mit dass diese Werbung "irreführend" sei. Und dass er deswegen die Tür/das Schloss nicht von ihm öffnen lassen wolle. 169 Euro sind deutlich mehr als dass, was er nach Lesen der Webseite erwartet hatte. Handwerker, der, persönliche Note in diesem fiktiven Fall, dem Kunden nicht ganz intelligent scheint, sagt er finde es nicht irreführend. Kunde sagt er werde die Dienstleistung endgültig nicht in Anspruch nehmen, was ja auch sein Recht ist, und Handwerker gibt sich geschlagen und fordert nun aber die Anfahrtspauschale von 20€. Kunde sagt, wenn der Preis für das Schloss öffnen auch nur im Ansatz so wäre, wie ihn die Webseite habe glauben lassen, würde er gerne die gesamte Dienstleistung, inklusive Anfahrtspauschale bezahlen, aber eine Anfahrtspauschale die nur dadurch zustande kommt, dass der Preis für das Türoffnen irreführenderweise (Sicht des Kunden) als deutlich niedriger als schlussendlich angeboten beworben wurde, werde er nicht bezahlen. Gespräch geht hin und her, schlussendlich fährt der Handwerker aber ohne Anfahrtspauschale und ohne erbrachte Dienstleistung zurück, will sich die Anfahrtspauschale jedoch per postalischer Rechnung an den Kunden noch zurückholen.

    Anmerkung am Rande: Später findet der Kunde einen anderen Handwerker, der ihm das Schloss für einen Festpreis (ohne Anfahrtspauschale bzw. wenn dann inbegriffen) von 60€ öffnet.

    Wie ist die Rechtslage in diesem fiktiven Fall? Ist die Webseite für einen Kunden irreführend? Und wenn ja, darf der Kunde die Anfahrtspauschale verweigern, da er von einem deutlich niedrigeren Gesamtpreis ausging, und sich nicht in der Pflicht sieht, für eine nicht erbrachte Dienstleistung (da irreführend) eine Anfahrtspauschale zu zahlen? Bestünde möglicherweise sogar der Tatbesttand des Wuchers, was den Gesamtpreis des ersten Handwerkers (169€, im Vergleich zu 60€ beim letztendlich "genutzten" Handwerker) angeht?
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2018
     
    #1
  2. Kataster

    Kataster V.I.P. 30.06.2018, 10:30

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    AW: Anfahrtspauschale bei Irreführung des Gesamtpreises eines Werkvertrages?

    Ich verkürze mal ohne Beleg, um die Diskussion in Gang zu bringen.

    Entweder ist der Werkvertrag nicht zustande gekommen, weil der Handwerker die auf der Webseite angebotne Leistung nicht geleistet hat und das auch gar nicht wollte. Oder der Vertrag ist doch zustande gekommen, dann ist der Handwerker in Verzug geraten, weil er ihn nicht erfüllt hat. Die Mehrkosten von 35€ (60€ - 25€) könnte der Kunde dann von ihm ersetzt verlangen.

    Beruft sich der Handwerker darauf, dass es den Vertrag so gar nicht gab - wegen Callcenter - so gibt es ihn entweder nicht und es bestehen keinerlei Ansprüche. Oder es gilt der mündliche Vertrag mit dem Callcenter, dessen Inhalt und grundlage zu klären wäre.
     
    #2
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